Was sind Erinnerungsbilder, Sterbebildchen und Trauerbilder?

Erinnerungsbilder, auch Sterbebildchen, Trauerbilder oder Gedenkbilder genannt, sind ein letztes Fotoandenken an den Verstorbenen. Sie werden auf der Trauerfeier verteilt oder liegen bei der Kaffeetafel aus. Oftmals versendet man sie auch mit der Danksagung, die man als Antwort auf eine schriftliche Beileidsbezeugung versendet.

Ein Zeugnis gegen das Vergessen
Den Brauch, besondere Erinnerungsbilder zu drucken, die den Hinterbliebenen und Freunden des Verstorbenen als Erinnerung dienen sollen, gibt es schon lange Zeit. Im 19. Jahrhundert verbreitete sich dieser Brauch über das gesamte katholische Europa und erreichte um 1840 Bayern. Waren es Anfangs in erster Linie religiöse Motive mit rückseitigen Angaben zur Person des Verstorbenen und einer förmlichen Bitte um Gebete, kamen ab etwa 1875 Sterbebilder auf, deren Textseite mit Fotos des Verstorbenen und Angaben zur Person versehen wurde. Diese Fotos mussten in Handarbeit ausgeschnitten und aufgeklebt werden.

Vom Totenzettel zum Erinnerungsbild
Eine Wandlung in ihrem grundsätzlichen Charakter erfuhren Sterbebilder nach dem ersten Weltkrieg: Die Bitte um Ablassgebete verschwand fast völlig, anstelle des Gebetes traten Bibelverse, ein Gedicht oder Worte großer Denker. Auch die meist nur als Miniatur verwendeten Porträt-Fotos wurden größer und nahmen mehr Raum ein. Das faltbare Doppelblatt entstand. Aufgrund der Faltung nun in der doppelten Papierstärke brachte es nicht die idealen Voraussetzungen mit, für längere Zeit als Einlage im Gebetbuch aufbewahrt zu werden, wie es früher üblich war.

Farbige Vielfalt der Motive
Eine weitere Entwicklung, weg vom Sterbebildchen mit Bitten um Gebete, hin zum Erinnerungsbild, ist in den letzten Jahrzehnten, etwa seit dem Jahr 1970 zu verzeichnen. Mit den heute zur Verfügung stehenden Drucktechniken und einer weiten Verbreitung von Computern und Drucksystemen an nahezu jedem Schreibtisch, wurden auch die Motive vielfältiger und randlose Vierfarbdrucke immer beliebter. Heute hat auch in der Motivwahl ein Wandel stattgefunden. Die Bildseite wird nicht selten mit Naturaufnahmen, der Ansicht einer Bergkapelle, eines Gipfelkreuzes oder den „Betenden Händen“ von Dürer geschmückt.

Mit Trauerdruck zur Erinnerungskultur
Besonders in süddeutschen Raum lässt die moderne Gestaltung der Sterbebilder kaum Zweifel an einem Traditionswechsel aufkommen. So enthält das heutige Erinnerungsbild neben dem Namen, dem Geburts- und Sterbedatum meist nur noch eine Fotografie. Die förmliche Bitte um ein Gebet für den Verstorbenen sucht man meist vergebens. Diesen Wandel kann man durchaus als Wende, weg vom Fürbittzettel, hin zum Erinnerungsbild betrachten. Auch wenn das heutige Erinnerungsbild, aus Sicht der Kirche, vielleicht nicht mehr ganz dem entspricht, für das es einmal geschaffen wurde, hat es in großen Teilen unserer Bevölkerung seinen festen Platz im Ritual rund um die endgültige Verabschiedung eines Verstorbenen gefunden. Ein Spruch, der sich oft darauf findet, beschreibt besonders gut, wie man das Erinnerungsbild von heute sehen sollte: "Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, ist nicht tot  - er ist nur fern. Tot ist, wer vergessen wird." Schön, dass der Brauch, beim Tod naher Angehöriger Erinnerungsbilder drucken zu lassen, heute noch lebendig ist.

Somit wird Trauerdruck ein Weg zu aktiver Erinnerungskultur.

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