Schematischer Aufbau einer Trauerkarte

Name des Verstorbenen

Der Name des Verstorbenen steht im Mittelpunkt. Meist ist er auf der Karte auffällig gedruckt, mit größerer Schrift oder Fettdruck. Bei Frauen wird häufig deren Geburtsname mit angegeben.

Persönliche Angaben

Bei den meisten Anzeigen wird das Geburts- und Sterbedatum angegeben, kombiniert mit den beiden Zeichen"Sternchen" und "Kreuz". Abkürzungen wie "geb." oder "gest." sind ungebräuchlich. Verwendet wird immer wieder nur die Angabe des erreichten Lebensalters, zum Beispiel "...entschlief  friedlich im 79. Lebensjahr".

Todesmitteilung

Hierin wird die Grundinformation übermittelt, dass XY verstorben ist: "XY ist verstorben" oder "n tiefer Trauer um XY". Meist werden jedoch umfangreichere Texte gewählt, zusammen mit Informationen über die Verwandtschaftsverhältnisse "Wir nehmen Abschied von meinem geliebten Ehemann, unserem guten Vater,  lieben Bruder"), meist verbunden mit einer positiven Eigenschaft ("liebevoller Ehemann").  Oft erscheint hier zusätzlich die Traueradresse.

Hinterbliebene

Die Aufzählung der Hinterbliebenen wird eingeleitet mit dem Ausdruck eines Gefühls wie zum Beispiel "In tiefer Trauer" der "In Liebe und Dankbarkeit". Meist orientiert sich die Reihenfolge der Namensnennung an der Erbfolge und dem Alter des Verstorbenen: Bei ledig Verstorbenen werden zuerst die Eltern genannt, dann die Geschwister oder Großeltern. Bei Verheirateten  wird zuerst der Ehepartner genannt, dann die Kinder und Enkel, dann die Eltern und Großeltern.  Zum Schluss kommen die Onkel, Tanten, Nichten und Neffen sowie die Freunde. Kinder werden meist nur mit dem Vornamen genannt, als Erwachsene mit vollem Namen. Ein abweichender Geburtsname wird aufgeführt.

Je nach Größe der Trauerkarte ist der Platz begrenzt. Bei großen Familien kann auf die Auflistung aller Namen verzichtet werden, stattdessen greift man auf Sammelbezeichnungen wie "Familie Meierbrenner"  oder"Enkel, Urenkel und alle Anverwandten" zurück. Soll aus gesellschaftlichen Gründen trotzdem die ganze Trauerfamilie genannt werden, greift man oft auf den Trauerbrief oder Trauerbogen zurück,  der durch sein Format mehr Platz bietet.

Sprüche

Sie werden gerne im oberen Bereich der Trauerkarte platziert und drücken das Lebensmotto des Verstorbenen aus oder wie der Verstorbene aus Sicht der Hinterbliebenen wahrgenommen wird. Hier werden Bibelstellen, berühmte Dichter, Sprichwörter, Redensarten, Gebete und ähnliches verwendet.

Symbole

Die meisten Traueranzeigen ziert ein Symbol aus dem religiösen oder künstlerischen Bereich, viele davon sind christlichen Ursprungs.

Häufig verwendet wird die Rose als Symbol der Liebe. Der geknickte Halm bezieht sich auf die Bibel: Joh 12,24: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es reiche Frucht“.Bei Kindern finden sich Motive mit Engeln, sicherlich vor dem Hintergrund des Engels als Beschützer.Das klassische christliche Trauersymbol ist das Kreuz, welches schon seit etwa 1870 als solches Verwendung findet. Es wird nicht nur von Gläubigen verwendet, vielmehr gilt das Kreuz als Sinnbild für Trauer und Hingabe für viele Menschen als fester Bestandteil einer Trauerkarte.

Daneben werden Familienwappen, eigene Zeichnungen und freie Motive gewählt.

Hinweise zur Trauerfeier

Es werden die organisatorischen Elemente genannt, wie Zeitpunkt und Art der Bestattung und der Trauerfeierlichkeiten. Auch die Kranzspende anstelle von Blumen oder die Bitte um Zurückhaltung "Von Beileidsbekundungen am Grab bitten wir abzusehen" gehören dazu.

Unbedruckter Bereich

Traditionell wird die Trauerkarte nicht komplett bedruckt. Die weißen, unbedruckten Bereiche lenken das Auge und erhöhen die Übersichtlichkeit. Sie stellen bei manchen Betrachtern einen Moment der Ruhe und Andacht her und trennen den Bereich zwischen Leben und Tod.